Download Abgeschrieben?: Ergebnisse einer empirischen Untersuchung by Maria Schreiber-Kittl, Haike Schröpfer PDF

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  • May 24, 2017
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By Maria Schreiber-Kittl, Haike Schröpfer

Die PISA-Studie hat die Aufmerksamkeit auf die Jugendlichen - ca. 20 % eines Altersjahrganges - gelenkt, die in der Schule im regulate von 15 Jahren vom systematischen Lernen so weit abgekoppelt sind, dass ihre Aussichten, je erfolgreich in die Arbeitswelt integriert zu werden, schon zu diesem Zeitpunkt als gering eingeschätzt werden. Das Deutsche Jugendinstitut ist in einer seiner Untersuchungen zum Modellprogramm "Arbeitsweltbezogene Jugendsozialarbeit" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend der Frage nachgegangen, welche Jugendlichen, in welchem regulate, unter welchen Bedingungen, mit welchen Konsequenzen mit Schule so sehr nicht klar kommen, dass sie sich trotz Schulpflicht aus der Schule ausklinken, den Schulbesuch verweigern. Dazu wurden Jugendliche sowie pädagogische und psychologische Fachkräfte mit folgenden zentralen Ergebnissen und Schlussfolgerungen befragt: Schulverweigerung und ihre Vorläufer (Schulmüdigkeit, zeitweiliges Schulschwänzen) beginnen bereits in der Grundschule und verfestigen sich häufig im zwölften Lebensjahr - die bisher praktizierten Strategien des Umgangs mit Schulmüdigkeit und Schulverweigerung setzen zu spät an. Die Strategien von Jugendsozialarbeit und Schule sind eher additiv als integriert - Schule und Jugendsozialarbeit müssen enger kooperieren. Die Symptome von Schulverweigerung unterscheiden sich deutlich bei Mädchen und Jungen; Jungen stören den Unterricht, Mädchen klinken sich unauffällig aus - die Aufmerksamkeit von Politik und Praxis richtet sich bisher vor allem auf die Jungen; doch auch der unauffällige Ausstieg der Mädchen muss mehr Beachtung finden. Viele junge Migrantinnen und Migranten fallen bereits im schulpflichtigen modify aus dem Bildungssystem heraus, wobei Schule und Sozialarbeit besonders gegenüber der Lebenssituation und den Problemen von Aussiedlerjugendlichen hilflos sind - deshalb müssen spezifische Strategien gerade für diese Jugendlichen entwickelt werden.

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824 Schiilern im Alter von 12 bis 17 Jahren aus achten bis zehnten Klassen45 . Die Autoren nennen fiinf Griinde, weshalb es wichtig ist, sich intensiv mit Schulverweigerung zu befassen: 1. Die Abkoppelung vom Bildungssystem durch Schulabbriiche oder niedrige Schulabschliisse benachteiligt den Schulschwanzer sein Leben lang sozial und okonomisch. 2. Schulschwanzen kann den Beginn einer kriminellen Karriere bedeuten. Insofern ist Schulschwanzen ein Risikofaktor fiir Delinquenz. 3. Schulschwanzen kann die Folge von psychischen Belastungen oder Erkrankungen sein, die therapiert werden sollten.

Die Institution Schule reproduziere die gesellschaftlichen U nterschiede, sodass "... das Schulversagen ... 53). Die Reproduktionstheorien erteilen damit dem genetischen Ansatz eine klare Absage. Sie sehen die Ursachen fur Schulversagen im herrschenden System und nicht in der Person des Schulers oder in seiner Familie . • Die mikrosoziologische Theorie der "Beziehung zum Wissen" sucht nach Erklarungen von Schulversagen bei Personen, die derselben gesellschaftlichen Schicht angehoren. Sie geht davon aus, dass der Zusammenhang zwischen Schichtzugehorigkeit und Schullaufbahn nicht allein verantwortlich ist fur den schulischen Erfolg oder Misserfolg, sondern dass jeder Mensch seine eigenen "Sinngebungen" hat.

2 PISA 2000 PISA wird von der OECD, der »Organisation fiir wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung" in Paris durchgefiihrt. Ziel von PISA ist es, vergleichbare Daten iiber die Leistungsfiihigkeit der Bildungssysteme der beteiligten Staaten zu liefern. Die erste Untersuchung im Rahmen des »Programme for International Student Assessment" (PISA) fand imJahr 2000 in insgesamt 32 Staaten statt. Die 47 Erhebungen zu Lesekompetenz, mathematischer und naturwissenschaftlicher Grundbildung sowie zu fachiibergreifenden Kompetenzen von 15-jahrigen Schiilerinnen und Schiilern werden alle drei Jahre wiederholt.

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